Bizerte
1/8

Farbige Boote ziehen im alten Hafen an den Cafés und den ehrwürdigen Altstadtgemäuern vorbei. Die bunten Märkte im Labyrinth verwinkelter Gassen, die Zeugen vergangener Zeiten wie die Grosse Moschee und osmanische Brunnenspiele und die kleine Festung Ksiba, die heute als Meeresmuseum dient, sind es schon wert, durch die Kasbah hinter den mächtigen Mauern zu bummeln.

1/4

Die offene, einladende Hafenstadt Bizerta, seit jeher bedeutende Brücke Europas nach Afrika, liegt in einer wunderschönen Hügellandschaft im Norden von Tunesien mit fruchtbaren Ebenen und Bergen, im "Grünen Tunesien". Bizerte ist die viertgrösste Stadt Tunesiens und neben Tabarka die bedeutendste Stadt der tunesischen Korallenküste, die sich im grünen Norden des Landes über 300 Kilometer mit vielen kleinen Buchten bis zur algerischen Grenze entlang zieht. Der Abschnitt zwischen Tabarka und Bizerte ist felsig mit vereinzelten malerischen Sandbuchten. Cap Blanc bei Bizerte ist der nördlichste Punkt Afrikas. Ganz in der Nähe liegt der Djebel Nador. Die Hafenstadt Bizerté liegt am Mittelmeer im nördlichen Teil von Tunesien.

Aber auch das moderne Leben der Stadt gesellt sich zum Charme vergangener Kulturen der kleinen Hafenstadt Bizerta, deren Erkundung den Urlaub erst zum Erlebnis macht, denn es gibt viel zu entdecken. Nur ein paar Schritte von der Kasbah wechselt man von der Antike in die neue Zeit, schlendert durch das moderne Viertel die herrliche Strandpromenade entlang und geniesst die Ferien in Bizerta beim Anblick des grossen Hafens. Früher war Bizerta die römische Stadt Hippo Dyarrytus, deren andalusisches Viertel, arabisches Altstadtviertel (die Kasbah) und alter Fischereihafen erhalten geblieben sind.

Mit seinen breiten feinsandigen Stränden eignet sich Bizerta hervorragend für den Urlaub, fernab jeglichen Trubels, aber trotzdem in der Nähe der Hauptstadt Tunis. Auch für Wassersport-Fans ist Bizerta mit seinen Tauchbasen und dem Tauchzentrum ein wahres Eldorado. Der grosse Naturpark lchkeul ist ein wahres Eldorado für jeden Naturliebhaber. Im Herbst treffen sich hier an dem grossen Salzsee Tausende von Zugvögeln. In und um das Moor weiden seltene Büffel und eine bewaldete Hügellandschaft bringt eine bunte Vielfalt an Fauna und Flora zum Vorschein.

AUSFLUGSZIELE UND SEHENSWÜRDIGKEITEN

Sidi Bou Saïd
Blau-weiss leuchtet das Künstlerstädtchen Sidi Bou Said über den Höhen des Golfs von Tunis. Die beiden Maler August Macke und Paul Klee haben sich durch den Charme des von den Mauren gegründeten Städtchens mehr als inspirieren lassen. Die so berühmten Farben und Formen, die weissen Häuser, die Ecken und Gassen, die mit Nägeln verzierten blauen Tore und der Zauber der fuchsiafarbenen Bougainvillablüte.

Karthago
Karthago wurde 814 v.Chr. von den Phöniziern gegründet. Es war ursprünglich orientalisch-afrikanischen Charakters. Rom verlieh Karthago das Adjektiv ‚punisch’. Zahlreiche phönizische Handelsniederlassungen entlang der Mittelmeerküste waren zu einem riesigen und reichen Reichsbund zusammengeschlossen. So wurde Karthago zu einer der mächtigsten Imperien des antiken Mittelmeerraums. Karthago glänzte mehr als 1000 Jahre lang, bevor Rom diesem Ruhm ein Ende setzte. Drei Kriege gegen Rom führten zum Untergang des einst mächtigen Karthago, die Stadt wurde jedoch alsbald unter römischer Führung neu errichtet. Viele Überreste gibt es nicht mehr, aber diejenigen, die übrig sind, strahlen solch ein Kraft aus, das sie diese Zivilisation in der Vorstellung aufleben lassen: beinahe moderne und architektonisch interessante Häuser, Weihstelen mit Eingravierungen rätselhafter Muster, kleine Statuen und Sarkophage, die orientalische Riten zuzuschreiben sind, Masken, Schmuck und mit Symbolen verzierte Amulette.

Heutige Ausgrabungen zeigen eine Mischung von Elementen der alten punischen Zeit sowie von römischen Häusern und römischer Lebensweise. Die wichtigsten Exponate werden im Nationalmuseum von Karthago gezeigt, wo ein archäologischer Park vier Abteilungen aufweist. Die prähistorische Abteilung erzählt von der Zeit vor dem Erstarken der Stadt als Handelsmacht, welche während ihrer Blüte sowohl Sardinien als auch Sizilien unterwerfen konnte. Über diese Ereignisse und natürlich auch den grossen Feldherrn Hannibal gibt die punische Abteilung Auskunft, während die römische Ausstellung aus der Zeit berichtet, als Karthago zum Römischen Reich gehörte. Dieser Zeitabschnitt ging über in die frühchristliche Zeit.

Allerdings werden nicht alle Ausgrabungsfunde aus der Stadt im Nationalmuseum ausgestellt, ein sehr grosser Teil der Funde befindet sich im Bardo Museum im Zentrum der Hauptstadt. Der größte Teil des heutigen Archäologie-Parks wurde zur römischen Zeit als Therme genutzt; bei den Thermen in Karthago handelte es sich um das grösste ausserhalb der Stadt Rom gelegene Thermalbad im Römischen Reich.

Ichkeul Nationalpark
Der Ichkeul Nationalpark befindet sich in der Nähe der tunesischen Stadt Bizerta. Der erst 1980 eingerichtete Nationalpark wurde bereits im Jahr seiner Gründung als Weltnaturerbe seitens der UNESCO anerkannt und dient in erster Linie dem Schutz der Vogelwelt. Neben ganzjährig in Tunesien einheimischen Arten stellt der Ichkeul See das Reiseziel vieler europäischer Zugvögel dar, welche am See sowie in den ihn umgebenden Feuchtgebieten ihr Winterquartier nehmen. Zu den grossen Säugetieren im Nationalpark gehören Wasserbüffel und Wildschweine. Der Ichkeul See ist ein natürlicher See, welcher durch den gleichnamigen Fluss durchflossen wird. Das Wasser dient heute auch zur Trinkwasserversorgung der Bevölkerung. Trotz des Naturparkcharakters ist der See ökologisch gefährdet, da er einen wachsenden Salzgehalt aufweist. Das Naturschutzgebiet stand während einiger Jahre auf der Roten Liste der bedrohten Naturstätten, es wurde nach einer Verbesserung der Situation und einer vorübergehend deutlichen Minderung des Salzgehaltes 2006 von dieser gestrichen.

Die Versalzung des Ichkeul Sees wurde sicher durch den Bau eines Staubeckens von Menschenhand gefördert, angesichts der unmittelbaren Nähe zum Mittelmeer ist der Effekt aber nicht unbedingt als völlig unnatürlich anzusehen. Zudem besteht eine natürliche Wasserverbindung mit dem Bizerte-See, bei welchem es sich um einen Salzwassersee handelt.

Der Eintritt in den Ichkeul Nationalpark ist frei, aus Sicherheitsgründen werden Besucher jedoch beim Betreten und Verlassen des Parks registriert. Der Aufenthalt im Park ist bis zum Einbruch der Dunkelheit möglich. Urlauber, die einen umfassenden Einblick in die Pflanzen- und Tierwelt des Ichkeul Nationalparks gewinnen möchten, können eine Führung durch einen Mitarbeiter des Parks buchen. Neben zahlreichen Naturschönheiten fallen auf dem Gebiet des Nationalparks auch einige Überreste antiker römischer Bauwerke auf.

Zu empfehlen ist der Besuch des kleinen zum Nationalpark gehörenden Museums, dessen Ausstellung sowohl über die Geschichte als des Ichkeul Sees und des Nationalparks als auch über seine einzigartige Flora und Fauna informiert.

Sejnane
Sedjenane, zwischen Lac Ichkeul und Tabarka gelegen ist dieses typische Dorf in der Gegend der Mogods berühmt für seine Weissstörche, die im Frühjahr auf den Dächern nisten. Es ist immer beeindruckend für den Besucher, die grosse Zahl von Nestern zu entdecken, die besonders auf dem alten Metallgestänge des Bahnhofs nahe beieinander liegen. Zur Nahrungssuche fliegen sie bis zu den Grenzen des Nationalparks Ichkeul. Ein weiterer guter Grund für einen Zwischenhalt in Sedjenane sind die modelierten Töpfereiprodukte mit archaischem, geometrischem Dekor, die von traditionell gekleideten Berberfrauen in jahrtausendealter Tradition hergestellt werden. Sehenswert!

GESCHICHTE

Bizerté ist als die älteste und europäischte Stadt in Tunesien bekannt. Besiedelt wurde sie um etwa 1000 v. Chr. von Phöniziern aus Tyros (heute Libanon). Bizerté war auch die letzte Stadt in Tunesien, die unter französischer Kontrolle blieb, während der Rest des Landes in die Unabhängigkeit von Frankreich entlassen wurde. Zunächst war es nur ein kleiner phönizischer Hafen. Nach der Niederlage des Agathokles während der Punischen Kriege kam die Stadt unter den Einfluss von Karthago.

Danach wurde Bizerté von den Römern besetzt und erhielt den Namen Hippo Diarrhytus, während die Griechen sie Hippo Zarrytus nannten. Bizerte wurde 647 zuerst von den Arabern, die der Stadt ihren heutigen Namen gaben, erobert. 1535 wurde die Stadt durch die Truppen Karls V. (1500 - 1558), Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, erobert. 1574 folgten die Türken. Aus der Stadt entwickelte sich ein Piratennest, die gegen die Spanier und Venezianer kämpften. Mit der Besetzung Tunesiens im Jahr 1880 gewann Frankreich die Kontrolle über Bizerté und baute einen grossen Kriegshafen in der Stadt.

Aufgrund der strategischen Lage von Bizerté im Mittelmeerraum und der Nähe zu Algerien wollte Frankreich seine Marinebasis behalten. Die Stadt wurde 1961 von der tunesischen Armee und Marine blockiert und dann angegriffen. Frankreich reagierte durch die Entsendung von etwa 7000 Fallschirmjägern und der Entsendung dreier Kriegsschiffe. Die dreitägige Schlacht führte zu über 1000 Toten auf beiden Seiten und vielen Opfern unter der Zivilbevölkerung. Das französische Militär gab den Stützpunkt Bizerté dann schliesslich am 15. Oktober 1963 auf.

XENOTOURS AG

Alte Poststrasse 11

CH-5417 Untersiggenthal AG

Tel. 056 511 77 77

info@xenotours.ch

UNSERE ÖFFNUNGSZEITEN

Montag–Freitag: 09:00–12:00 und 14.00–18:00

Zahlungen, Konten

AGB, Garantiefonds, Annullationsschutz

Über uns

© 2016 Profeta Digital